📝 Update (27. Jan. 2026): Clawdbot wurde in Moltbot umbenannt, da Anthropic Bedenken bezüglich der Marke geltend gemacht hat. Lesen Sie die vollständige Geschichte in Clawdbot in Moltbot umbenannt: Was Sie wissen müssen.
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Clawdbot ist kein gewöhnlicher Chatbot, den man einfach im Browser öffnet. Es ist ein autonomer Agent, der direkt auf Ihrer eigenen Hardware läuft. Das Versprechen von “voller Kontrolle” und “Datenschutz” klingt verlockend, doch die Realität eines digitalen Mitarbeiters auf dem eigenen Rechner bringt ganz eigene Spielregeln mit sich.
Wer plant, Moltbot einzusetzen, sollte diese fünf Punkte kennen, bevor es losgeht.
1. Datensouveränität macht Sie zum Sicherheitschef
Die volle Kontrolle über die eigenen Daten ist das wichtigste Feature, bringt aber eine massive Verantwortung mit sich. In der Cloud lagern Sie die Sicherheit an Experten aus; bei Clawdbot sind Sie der Sicherheitsverantwortliche. Wenn Ihr Rechner kompromittiert wird, stiehlt ein Angreifer nicht nur Daten – er übernimmt einen intelligenten Agenten mit Ihren vollen Systemrechten.
Der Profi-Tipp: Führen Sie Moltbot niemals mit Root-Rechten aus. Nutzen Sie ein eigenes Benutzerkonto mit stark eingeschränkten Berechtigungen. Behandeln Sie den Bot wie einen externen Spezialisten: Geben Sie ihm Zugriff auf das, was er für den Job braucht – aber keinen Zugriff auf den Safe.
2. Er arbeitet schon, bevor Sie wach sind
Die meisten KI-Tools sind reaktiv: Wenn Sie nichts tippen, passiert nichts. Moltbot ist proaktiv. Über cron-Jobs oder den internen Scheduler kann er sich morgens um sieben selbst aktivieren, Branchen-News scannen und Ihre Aufgabenliste vorbereiten, noch bevor Sie Ihren ersten Kaffee getrunken haben. Sie bedienen hier keine Software mehr – Sie managen einen Mitarbeiter.
3. Open Source heißt nicht “kostenlos”
Der Code ist zwar frei verfügbar, aber das “Gehirn” des Agenten kostet Geld. Ein autonomer Agent, der rund um die Uhr einsatzbereit ist, braucht Rechenleistung. Und sofern Sie nicht alles lokal berechnen, summieren sich die API-Kosten der Sprachmodelle (LLMs) schnell auf. Da Moltbot eigenständig denkt, kann er im schlimmsten Fall auch eigenständig Ihr Budget verbrennen.
Die Warnung: Ein Agent, der in einer Logikschleife hängen bleibt, kann an einem einzigen Nachmittag API-Kosten von 100 Euro verursachen. Autonomie hat ihren Preis – und der wird in Rechenkraft und Token-Kosten abgerechnet.
4. Der Agent hat die Hausschlüssel
Moltbot arbeitet außerhalb der klassischen Browser-Sandbox; er lebt direkt in Ihrem Dateisystem. Das macht ihn extrem mächtig: Er kann Websites bauen, Projekte verwalten und Dateien verschieben. Aber er kann sie genauso schnell löschen oder falsch konfigurieren.
Best Practice: Halten Sie Ihre wertvollsten Daten – API-Keys, Krypto-Wallets oder private Dokumente – strikt von Clawdbot fern. Partitionieren Sie Ihre Daten und stellen Sie sicher, dass der Agent keinen Zugriff auf Ihre sensibelsten Bereiche hat.
5. Es ist ein Pionier-Projekt, kein fertiges Produkt
Seien wir ehrlich: Moltbot ist für Macher und Tüftler. Es ist leistungsstarke Software im Entwicklerstadium. Man muss damit rechnen, dass die Browser-Automatisierung scheitert, die KI “halluziniert” oder das System in Schleifen hängen bleibt. Wer eine fehlerfreie Hochglanz-App sucht, sollte bei Cloud-Lösungen bleiben. Wer aber die Zukunft des Computings selbst gestalten will, ist hier genau richtig.
Fazit
Moltbot ist ein gewaltiger Sprung nach vorn. Er bietet echte Autonomie und Privatsphäre, verlangt aber technische Reife. Er ist keine App, die man einfach nur nutzt – er ist ein digitaler Partner, den man führen muss. Sind Sie bereit für den Job?
Sebastian Schkudlara
KI vs. Jobsuche: Zwischen Freund und Feind